Freeware vs. Payware – Wann lohnt sich eine Investition?

by Martin Metzmacher on 13. Juli 2013

In der SEO-Welt gibt es keinen Mangel an verfügbaren Tools, die einem die haarsträubensten Versprechungen machen: von höheren Rankings in Suchmaschinen bis hin zu Säcken voller Geld, die einem einfach so zugeflogen kommen. Und nebenbei erledigt sich auch die Hausarbeit wie von selbst; alles dank des einen “ultimativen” SEO-Tools. Manche Anbieter stellen Behauptungen auf, die man eigentlich nur noch als lächerlich bezeichnen kann.

Für Leute, die sehr viel Zeit und Geld investieren, um SEO-Software auszuprobieren, lohnt sich ein genaueres Prüfungsverfahren an Stelle blinden Vertrauens in schöne Versprechen diverser Anbieter. Eine Entscheidung zwischen Freeware und kostenpflichtigen Tools ist jedoch nicht immer leicht. Die folgenden 6 Kriterien könnten Ihnen als Hilfe dienen, wenn es darum geht, Ihr eigenes Toolset zu bewerten und weiter auszubauen:

Genauigkeit 

Wie genau sind die gelieferten Resultate? Unter allen Faktoren ist Genauigkeit mit Abstand der wichtigste. Gratis-Tools greifen oftmals auf veraltete Daten zurück, so dass man die Kostenersparnis für teure Software mit der eigenen Konkurrenzfähigkeit bezahlen muss. Man sollte sich daher nur auf Tools verlassen, die derzeitig aktuell sind bzw. konstant weiterentwickelt und aktualisiert werden. Ein Teil der hohen Kosten für Premium-Software kommt also dadurch zustande, dass die Anbieter des Tools laufende Kosten für den Bezug der jeweils aktuellsten Daten haben. Der Vorteil, den diese Daten mit sich bringen, sollte keineswegs unterschätzt werden.

Verlässlichkeit

Sind das Tool und die dazugehörigen Informationen verfügbar, wenn Sie darauf angewiesen sind? Allzu oft muss man feststellen, dass manche Software scheinbar nicht richtig funktioniert oder zweifwelhafte Ergebnisse liefert. Da lohnt es sich, etwas mehr Geld auszugeben, um sich wirklich auf seine Werkzeuge verlassen zu können. Das gilt sowohl für web-basierte als auch für Desktop-Applikationen.

Anwendbarkeit/Zeitersparnis/Komfort

Sparen Sie durch ein bestimmtes Tool wertvolle Zeit oder macht es Ihre Arbeit leichter bzw. angenehmer? Bei den meisten von uns ist die ToDo-Liste viel zu lang, um an einem einzigen Tag abgearbeitet zu werden. Tools, welche die Arbeit beschleunigen können, sind Ihr Geld unter Umständen wert. Dasselbe gilt für Software, die ungeliebte Aufgaben automatisieren oder vereinfachen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Keyword-Recherche. Manche Leute lieben es, in mühsamer Handarbeit nach wertvollen Keywords oder Wortgruppen zu suchen. Einige der besten Ergebnisse kommen auf diese Weise zustande – und das auch noch völlig kostenlos. Für andere Leute wiederum ist dieser manuelle Prozess eine Qual, so dass es sich lohnt, Premium Software für die Recherche zu verwenden und den Arbeitsprozess zu vereinfachen. Es ist daher eine gute Strategie, sich einmal bewusst zu machen, welche Aufgaben man am Liebsten ausführt. Seine manuelle Arbeit auf diese zu konzentrieren und ungeliebte Aufgaben mit Hilfe komfortabler Tools auszuführen, steigert auf lange Sicht die Freude an der Arbeit sowie die allgemeine Effektivität.

Kompatibilität

Lässt sich ein bestimmtes Tool einfach in Ihr bestehendes Software-Arsenal integrieren? Hierbei spielt der Zeitfaktor wieder eine entscheidende Rolle. Schliesslich ist es viel vorteilhafter, eine Aufgabe lediglich einmal ausführen zu müssen und die Ergebnisse in anderer Software weiterverwenden zu können. In der Regel bedeutet dies, auf Premium Tools umzusteigen. Die Zeitersparnis macht den Preis der teureren Software wieder wett. Kompatibilität ist also ein weiterer Faktor, der bei der Entscheidung hilft, in welche Tools man Zeit und Geld investieren sollte.

Innovation

Ist das Entwicklungsteam hinter einem Tool bestrebt, dieses kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu verbessern? Dieser Faktor lässt sich nicht immer leicht bestimmen, sollte aber in die eigenen Überlegungen beim Kauf einer Software mit einfliessen. Oft kostet es viel Zeit und Mühe, die effektive Anwendung eines SEO-Tools zu erlernen. Es lohnt sich also, diese Energie nur in Software zu stecken, die ständig weiter entwickelt wird, zumindest in näherer Zukunft. Der Kauf einer Software kann durchaus ein Anreiz für die Entwickler sein, mehr Zeit in die Verbesserung Ihrer Produkte zu stecken. Besonders Einzelpersonen oder kleinere Teams, deren Erfolg von Ihrem Produkt abhängig ist, sind eher geneigt dieses weiter zu entwickeln. Ausserdem haben sie öfter ein offenes Ohr für das Feedback und Verbesserungswünsche Ihrer zahlenden Kunden.

Support

Wie sieht es mit dem aktiven Support Ihres SEO-Tools aus? Oft kommt es vor, dass man viel Zeit und Geld investiert, um ein bestimmtes Tool effektiv in seinen Arbeitsablauf zu integrieren. Steht man dann vor einem speziellen Problem, muss man leider feststellen, dass es neben der Google-Suche keinen kompetenten Ansprechpartner gibt. Verschwenden Sie Ihre Zeit nicht mit Tools, die keinen zufriedenstellenden Support haben. Achten Sie ausserdem darauf, ob die Art des Supports (zum Beispiel via Telefon oder E-Mail) Ihren persönlichen Vorlieben entspricht. Guter Support ist sein Geld jedenfalls wert und erspart dem Anwender eine Menge Frustration, zum Beispiel wenn kurz vor einer Deadline Probleme auftreten.

Indem man vor der Anschaffung neuer Tools etwas Energie investiert, um seine Auswahl genauer unter die Lupe zu nehmen, spart man letztendlich eine Menge Zeit und schützt sich vor unnötiger Enttäuschung und Frustration. Versuchen Sie, sich nicht von Lobpreisungen der Hersteller oder von oberflächlichen Eindrücken des Produkts in die Irre führen zu lassen, sondern behalten Sie die hier beschriebenen Punkte im Hinterkopf. So können Sie sicher sein, das optimale Tool für Ihre Zwecke zu finden.

Ein letzten Punkt halte ich jedoch noch für erwähnenswert. Obwohl es natürlich viel komfortabler und effektiver ist, sich routinemässige Aufgaben von automatisierter Software abnehmen zu lassen, bringt es auch den ein oder anderen Vorteile mit sich, alles einmal manuell gemacht zu haben. So erhält man schliesslich ein besseres Verständnis für alle mit einer Aufgabe verbundenen Prozesse. Letztlich profitiert man dadurch in zweierlei Hinsicht: Zum Einen lernt man jede Menge dazu und steigert seine Expertise, zum Anderen ist dieses Wissen wiederum hilfreich bei der Bewertung von Tools und möglichen Strategien.

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